• Kathi

Was ist Stress?

Es ist beklemmend. Das Gefühl von Stress. Und wie es einem den Verstand raubt. Und doch müssen wir uns die Frage stellen: Ist Stress real? Gibt es "ihn" wirklich? Und warum fühlt er sich manchmal so unangenehm und an anderen Tagen ziemlich inspirierend an?




Ist Stress ein Gefühl? Oder ein Zustand?


Wenn wir von Stress sprechen, dann haben wir alle ein anderes Gefühl in unserer Erinnerung verankert. Ein Gefühl, das sich zusammen mit stressigen Situationen eingeprägt hat. Wenn sich dieses Gefühl dann im Alltag zeigt, ausgelöst durch unterschiedliche und individuelle Stressoren, wissen wir automatisch: Jetzt ist Stress!

Genau genommen, handelt es sich bei Stress allerdings und sehr wahrscheinlich um einen Zustand. Es ist der Zustand den wir erreichen, wenn ein Gefühl in uns ausgelöst wird. Und gleichzeitig, kann es die Komplexität des Begriffs nicht ansatzweise beschreiben, was uns zeigt: Stress ist vieles. Es ist emotional, es ist unklar und irgendwie auch wieder ziemlich eindeutig.


Beispiel:
Die Todo-Liste für den Tag ist bis zum Rand gefüllt. Bereits morgens beim Aufstehen denkst du an das was alles noch in der Arbeit zu tun ist und fragst dich gleichzeitig, wie du alles heute schaffen sollst. Kurz nachdem du ins Büro kommst und die ersten Aufgaben abarbeitest, kommt dein Chef. Er drückt dir gleich noch 2 wichtige Aufgaben rein, die heute zusätzlich zu erledigen sind. Ohne, dass du dir Gedanken darüber machen kannst, wie du die Aufgaben ganz rational löst, schlägt dein Herz plötzlich schneller. Dein Puls steigt an. Dir wird heiß. Und auf einmal bist du im Stress. Und wahrscheinlich denkst du in diesem Moment: "Wie soll ich das nur schaffen?", "So werde ich meinen Chef niemals beeindrucken können!", "Ich kann nicht mehr!". Du fühlst dich wertlos, beängstigt, planlos.

Dabei ist Stress als solches noch gar nicht so lange auf dem Markt, wie man meinen könnte. Hans Selye, bekannt als der Begründer der Stresstheorie, führte den Begriff erstmals 1936 auf einer biologisch-medizinischen Grundlage ein.(1)

Er beschäftigte sich mit der Frage, was im Körper passiert, wenn er starken negativen Reizen ausgesetzt ist (Hitze, Hunger, Durst).


Und irgendwie ist auch klar: Stress gab es auch davor. Die Menschen wussten einfach nur noch nicht, wie sie es bezeichnen sollten.

Was uns gleichzeitig aber auch zu dem nächsten "Problem" in der Stresstheorie bringt. Die Wissenschaft steht noch so am Anfang, das wir nicht mit Sicherheit sagen können, was Stress wirklich ist, wie Komplex es ist und was für uns im echten Leben einen eindeutigen und wissenschaftlichen Mehrwert im Umgang damit liefert. Wir stehen noch ganz am Anfang.


Welche Arten von Stress gibt es?


Was Stress anschaulicher erklärt, sind die drei unterschiedlichen Arten, die mit Sicherheit jeder von uns bereits in seinem Leben fühlen durfte.


1 Eustress - guter Stress

Eine Stresssituation, die sich anstrengend aber dann auch wieder erfolgreich und bereichernd anfühlt. Was den guten Stress ausmacht, ist eine kurze Phase von Anspannung, die uns dazu führt, schnell Entscheidungen zu treffen und das Problem zu lösen. Die Anspannung, die durch das kurzfristig hochaktive Stresssystem entstanden ist, lässt nach. Wir können uns wieder in eine Ruheposition begeben. Und wir fühlen uns gut. Das Selbstwertgefühl steigt, weil wir es geschafft haben, in einer anspannenden Situation einen kühlen Kopf zu bewahren und das Problem zu lösen.


2 Neutraler Stress

Hierbei handelt es sich um Stresssituationen, die für uns tolerierbar sind, weil wir uns an eine ehemals als sehr stressig empfundene Situation angepasst haben. Es wurde praktisch gelernt, damit umzugehen. Die Veränderung fand im menschlichen System statt und der Stress ist mittlerweile keiner mehr.

3 Distress - schlechter Stress

Der wirklich schlechte Stress entsteht dann, wenn wir uns in einer Situation befinden, die das Stresssystem immer wieder oder auch dauerhaft anregt. Wir erfahren keine Erholung. Der Organismus verbraucht Energie, ohne diese wieder aufzufüllen.


Was dabei sehr erschreckend ist: Selbst Situationen, die sich in unseren Alltag eingeschlichen haben, die uns im ersten Moment gar nicht bewusst als Stressor vorkommen, können Energiefresser sein und uns einem dauerhaften Stressempfinden aussetzen.


Wann empfinde ich Stress?


In den meisten Fällen sprechen wir von einem beruflichen Stress, der unser gesamtes Leben aus der Fugen geraten lassen kann. Dabei ist es nicht nur die Arbeit, die seinen Anteil daran leistet. Es kann einfach alles sein. Die Partnerschaft, wenn das gegenseitige Vertrauen in die Beziehung schwindet und man ständigen Nörgeleien und Unsicherheiten ausgesetzt ist. Die Freizeit, wenn der Tag eigentlich viel zu voll gepackt ist, es aber an einer geeigneten Priorität fehlt. Das Hobby, was mehr oder weniger erledigt werden muss aber schon lange keinen Spaß mehr macht. Die Kindererziehung, weil es dem hohen Anspruch nicht gerecht wird, man sich aber auch keine Schwäche eingestehen kann.


Stress entsteht in unterschiedlichen Bereichen des Lebens und in ganz unterschiedlichen Situationen.

Peters, McEwen und Friston definieren folgendes:


"Stress tritt immer dann auf, wenn Menschen in einer riskanten Lebenssituation diese Frage - welcher meiner Strategiemöglichkeiten soll ich auswählen, um mein zukünftiges Wohlbefinden sicherzustellen? - nicht sicher beantworten können. (2)

Diese Definition zeigt uns, dass Stress zum Leben dazu gehört.

Wir haben gelernt, das Stress nicht schlecht sein muss. Und er wird dann tolerierbar, wenn wir lernen damit umzugehen. Dennoch ist es meiner Meinung nach sehr wichtig zu wissen, was in uns passiert, wenn wir einer Stresssituation ausgelöst sind. Und welche Folgen dauerhafter Stress haben kann. Denn wenn ich mir eines wünsche, ist es ein bewussterer Umgang mit sich selbst!

Was macht Stress?


Im Gehirn werden Stresshormone produziert. Der Organismus reagiert darauf, schüttet vermehrt verschiedene Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus, stellt Energiereserven bereit und aktiviert das Immunsystem. Bei einem dauerhaften Stressempfinden ohne Zeiten der Entspannung kommt es zu einer Schädigung des Organismus und alles spielt verrückt. Es entstehen Symptome, die sich völlig fremd anfühlen:

Bluthochdruck, Schwindelgefühle, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Herzrasen, Atembeschwerden, Gelenkschmerzen, Verspannungen, Schlafstörungen, Unruhe, Magen-Darm-Erkrankungen. Und die Seele leidet, obwohl wir es nicht glauben können. Denn wer würde sich freiwillig einem wirklich körperlichem Stress aussetzen, bei dem z.B. im schlimmsten Fall der Körper nachweisbar geschädigt wird? Wahrscheinlich die wenigsten. Doch bei Stress ist es anders. Er ist nicht zu sehen. Man merkt ihn meistens erst, wenn es bereits erste Schäden hinterlassen hat und man sich unwohl fühlt.


Was kann ich tun?


Theoretisch ist der bessere Umgang mit Stress gar nicht so schwer in unser Leben zu integrieren. Es geht zunächst einmal darum, zu erkennen welche Stressoren zu diesem Erleben führen. Wer sich radikal gegen den Stress wenden kann, kann sich gegen diese Stressoren entscheiden oder offene Gespräche führen.

Im zweiten Schritt kann eine Neubewertung dieser Stressoren Wunder bewirken. Erkenne, was dahinter steckt. Was stresst dich daran? Und wie kannst du bewusst damit umgehen?

Was auch schon zum nächsten Schritt führt: Verantwortung für sich, seine Gedanken und sein Handeln annehmen. Wir können selbst entscheiden, wie wir über gewisse Situationen denken. Wie wir darauf reagieren. Was es mit uns machen soll.


Ehrliche Worte zum Schluss

Ich weiß wie es ist, über mehrere Monate hinweg einem dauerhaften und negativen Stress ausgesetzt zu sein. Wenn ich mich jetzt an die Zeit zurück erinnere, dann sehe ich wie ich funktioniert habe und einem Automatismus erlag. Die Monate in denen es besonders schlimm war, sind in meiner Erinnerung fast ganz erloschen und es fühlt sich so an, als hätte mich jemand anderes getragen als ich die Spuren im Sand hinterließ. Die Stressoren waren nicht nur auf einen Bereich meines Lebens zurückzuführen, sondern auf fast alle.


Und obwohl es von außen ganz normal erschien, war das Leben in diesem Moment alles andere als schön. Täglich erlitt ich mehrere Schwindelanfälle, die ich selber herunterspielte. Ich hatte ein beklemmendes Gefühl in der Brust und ein schmerzendes Herz. Alles schien aus dem Gleichgewicht. Und selbst heute -ein halbes Jahre später- bin ich immer noch damit beschäftigt, wieder auf Normalstufe zu gelangen.


Obwohl es sich nur um Situationen handelte, die eigentlich nicht besonders schlimm schienen, haben sie mich in Stress versetzt und meinen Körper geschädigt. Es war unbewusst, dauerhaft, und schleichend. Was mich natürlich noch mehr dazu bringt, dir von Herzen folgende Worte mit auf deinen Weg zu geben:


Sei achtsam mit dir selber.

Sag nein. Lerne Prioritäten zu setzen.

Gehe bewusst mit deiner Energie um und reflektiere dein Verhalten.

Höre auf deine Herzensstimme. Sie sagt dir wann es genug ist ♡
Alles Liebe,Deine Kathi

(1) Selye H. What is stress? Metabolism 1956; S.5

(2) Peters A. Unsicherheit. Das Gefühl unserer Zeit. 2018; S.15

über hej kathi

Hej, ich bin Kathi. Als studierte Life Coach und Betriebswirtin unterstütze ich Gründerinnen und selbständige Frauen auf ihrem Weg in ein erfolgreiches & glückliches Business und Leben. 

Mit meiner Arbeit verbinde ich die wichtigsten Themen der Selbständigkeit:

Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstsein, Selbst-Sicherheit, Wohlbefinden und strategisches Know-how.

Meine große Vision: Du bist die glücklichste Person die Du kennst, weil Du Dein Leben bewusst gestaltest und die beste Version von Dir erreichst.

tägliche Inspiration @katharina.fichtl

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