• Kathi

Warum bin ich so gestresst?

Wir leben in einer lauten, vernetzten und schnellen Welt, der wir uns nicht allzu oft freiwillig entziehen. Wir liegen abends im Bett und gehen kurz vor dem Schlafen die letzten Instagram-Posts durch. Wir wollen nichts verpassen. Wir sind überall dabei. Lieber schnell noch etwas erledigen. Bloß keine Langeweile.


Wir haben gelernt mit all dem umzugehen, was tagtäglich um uns herum passiert. Wir haben auch gelernt, die Symptome unseres Körpers zu überhören. Wir sehen weg. Und wir erkennen nicht, wenn es genug ist. Erst dann, wenn der Körper resigniert. Wenn er krank wird.



Wann empfinde ich Stress?


Wir empfinden Stress, wenn wir in Alarmbereitschaft sind. Dauerhaft. In der Psychologie bezeichnen wir diejenigen Faktoren, die diesen Zustand bei uns auslösen können als Stressor. Stressoren sind Reize auf die wir reagieren. Es kann sich dabei um innere als auch um äußere Reize handeln, die eine Reaktion des Körpers verlangen und das Stressgefühl auslösen.


Wie ein Stressor jedoch von uns wahrgenommen wird, hängt von unserer kognitiven Bewertung ab. Durch unser Gelerntes, Erlebtes oder Erwartetes bewerten wir einen Reiz unterschiedlich entsprechend unserer Persönlichkeit. Das erklärt, warum die einen Menschen lockerer auf bestimmte Stressoren reagieren als andere.

Stressoren können sein:


  • bestimmte Gedankengänge

  • eigene Erwartungen

  • fremde Erwartungen

  • Einflüsse der Umwelt (z.B. Lärm)

  • Einflüsse von Menschen

  • Ereignisse


Wie ich bereits in dem Artikel Was ist Stress geschrieben haben, ist eine Reaktion des Körpers positiv oder negativ möglich. Erst nachdem ein Stressor den automatisierten Vorgang unserer kognitiven Bewertungen durchlaufen hat, ist sicher, ob wir etwas als negativ für uns einstufen oder positiv. Hier möchte ich mich allerdings den negativen Stressoren widmen, die uns vermehrt den Boden unter den Füßen wegreißen und mit denen wir lernen sollten besser umzugehen.


Was kann ich tun, um meine Stressoren zu erkennen?


Es ist eine der wichtigsten Fragen im Umgang mit Stress. Was können wir tun, um unsere Stressoren zu erkennen und anschließend angemessen darauf zu reagieren?


Im Alltag sehe ich oftmals Menschen, die absolut und resistent in ihrer Stresswahrnehmung gefangen sind. Sie verknüpfen sich mit dem Gedanken durch eine stressige Zeit wertvoller zu sein. Stress wertet diese Menschen auf. Aber mich macht der Anblick traurig. Ich sehe, wie sie ihre Herzensstimme verstecken. Ich sehe wie sie sich verkriechen und angst vor der Wahrheit haben. Die Menschen, die ich beobachte, sind so stark mit sich selbst beschäftigt und doch so weit von sich entfernt. Dabei ist es so einfach, seine Muster aufzuräumen und mit liebevollen Blicken in sich hinein zu sehen. Schwieriger ist es zu erkennen, dass man selbst in dieser Situation gefangen ist oder sich dort befindet wo augenscheinlicher und unechter Stress wichtig scheint.

1 Entschleunigen


Mein Wundermittel Nummer eins, so heilsam und so wirksam: einfach entschleunigen. Runterkommen. Langsam sein. Sich selbst und den Dingen die passieren Zeit geben. Beobachten, was um einen herum passiert. Riechen. Schmecken. Fühlen. Die Sinne aktivieren.

In unserem Alltag sind wir oftmals getrieben. Wir haben Zeitdruck, müssen schnell noch etwas für unseren Chef erledigen. Feierabend. Und schon geht es weiter. Schnell noch zum Sport, bevor es dunkel wird. Die letzten Sonnenstrahlen abfangen. Und dann: Zeit mit den Liebsten. Die Lieblings-Serie wartet schon. Wäsche muss auch noch mal kurz gemacht werden. Das Handy ständig an. Der Fernseher läuft. Lärm. Strahlung.

Obwohl es nach Dingen aussieht, die erst einmal gar keine schlimme oder negative Wirkung auf uns haben, sind wir oftmals in einem Modus bei dem es automatisiert immer weiter geht. Und genau hier müssen wir entschleunigen. Die Bremse treten. Nichts tun. Oder langsamer sein. Das hilft auch.


Mit der Entschleunigung möchten wir für uns selbst erreichen, dass wir wieder Zeit und Ressourcen frei haben, um andere Ereignisse die in unserem Leben oder um uns herum passieren, wieder wahrzunehmen. Es geht darum, endlich wieder bewusst zu erkennen, was gerade richtig oder falsch läuft. Wo es Bedarf gibt anzupacken. Wann wir noch mehr Liebe geben dürfen oder es einer Entscheidung bedarf. Und es geht darum, den Stresspegel herabzusenken, damit wir uns nicht dauerhaft auf demselben hohen Level befinden, der uns schädigt.


Mit der Entschleuingung ist es möglich, sich auf die einfachste Weise wieder mit sich selbst zu verbinden. Sich selbst zu hören. Und das auszublenden, was durch andere und äußere Glaubenssätze und Erwartungen nicht zu uns gehört.


Wie entschleunige ich?

Variante eins:

Du suchst dir einen gemütlichen Platz in deinem Zuhause, machst es dir bequem und setzt dich hin.

Stell dir einen Wecker auf fünf Minuten (so verhinderst du, dass du ständig auf das Handy schaust)

Schließe die Augen. Atme einmal tief durch die Nase in dein Zwerchfell ein (so weit es geht).

Halte deinen Atem für 3 Sekunden.

Atme so weit es geht durch den Mund aus.

Halte den Moment ohne Luft für 5-7 Sekunden.

Wiederhole den Vorgang.

Konzentriere dich die nächsten fünf Minuten auf deine Atmung. Dein Körper entspannt sich automatisch. Du hast Zeit mit dir. Mehr brauchst du nicht.


Variante zwei:

Du suchst dir wieder einen gemütlichen Platz in deinem Zuhause. Dort, wo du ungestört einen kleinen Tagtraum erleben und durchleben kannst.

Du machst es dir bequem. Du setzt dich hin. Oder du liegst. Je nachdem wie es für dich schöner ist.

Nun schließe die Augen und stell dir vor, wie du den Strand auf Mauritius betrittst. Du fühlst den Sand unter deinen Füßen. Du gräbst dich mit deinen Zehen ein. Du gehst ein paar Schritt und richtest deinen Blick auf das weite blaue Meer. In dir macht sich ein wohliges Gefühl breit. Du bist angekommen. Du fühlst dich frei. Du bist ungestört. Unabhängig. Umgeben von Wärme und Liebe.

Nun kannst du in deinen Gedanken weiter träumen. Was wäre das Schönste, was dir dort am Strand passieren könnte? Wie würdest du darauf reagieren? Welches Gefühl erlebst du dabei?

Gib dir ein paar Minuten Zeit, um einfach mal ein wenig zu träumen. Nutz die Chance, um dein System runterzufahren, dich zu entspannen und ein paar freudigen Gedanken in deinem Bewusstsein Platz zu machen.

2 Beobachten


Nachdem du dir etwas Zeit mit dir selbst gegönnt hast und wahrscheinlich den ein oder anderen Gedanken wieder bewusst wahrnehmen kannst, geht es darum, deine Gedanken und Reaktionen zu beobachten. Lerne und reflektiere, wann du angespannt, negativ emotional, ängstlich o.ä. auf Stressoren reagierst. Lerne und reflektiere, wie die Stressoren sein müssen, um eine Reaktion in die auszulösen.

Hier geht es wirklich darum, sein Bewusstsein anzuschalten und mit offenen Augen auf sich selbst und die Reaktionen zu blicken.


Du bist also wieder gefragt. Wenn du herausfinden möchtest, welche Stressoren eine negative Reaktion in dir auslösen kannst du folgendes tun:

Nimm dir die nächsten 7 Tage Zeit um jeden Abend eine kleine Selbstreflexion durchzugehenDu brauchst Stift und BlockBeantworte folgende Fragen: Hast du heute Stress erlebt? Wenn ja, in welchen Situationen ging dein Stressgefühl hoch? Welche Personen waren an diesem Gefühl beteiligt? Welche Attribute waren daran beteiligt (Zeit)? Welche Gedankengänge hattest du bei dem Stresserleben?Wie hast du darauf reagiert? Welche körperlichen Reaktionen gab es? Welche Gedankenreaktionen gab es? Wie kannst du im Nachhinein dein Gefühl in dieser Situation beschreiben?Wann ist das Stressempfinden zurück gegangen?

Du beobachtest. Du erkennst. Du veränderst. ♥︎


3 Hinterfragen


Im zweiten Schritt hast du dich intenstiv damit auseinander gesetzt, welche Reaktionen in bestimmten Situationen bei dir ausgelöst werden. Das Beobachten lässt dich erkennen und vielleicht sogar in manchen Situationen erstaunt zurück, weil es der erste Schritt ist, um etwas hinterfragen zu können. Und genau darum geht es in diesem Schritt. Um das Erkennen von Stressoren abschließen zu können, ist es wichtig, deine eigene Handlung, dein Empfinden und dein Denken zu hinterfragen.

Du kannst dich nun also fragen:


Warum hast du so reagiert? Welche Gedanken sind automatisiert in dir abgelaufen? Kommen Glaubenssätze zum Vorschein? Kannst du äußere Erwartungen erkennen, denen du eventuell gar nicht gerecht werden möchtest? Erkennst du eigene Erwartungen, die sich bei genauer Betrachtung nicht richtig anfühlen?Hast du einen Automatismus oder ein gelerntes Muster abgespielt?


Die Erkenntnisse nutzen


Alls das, was du nun für dich getan hast, deine Entschleunigung, das Beobachten und Reflektieren sowie auch das Hinterfragen soll nicht ungenutzt bleiben. Es geht darum, einen besseren Umgang mit Stress zu entwickeln, der sich für dich richtig und entspannt anfühlt. Stress ist es nicht wert, darunter leiden zu müssen.

Am besten fasst du für dich noch einmal zusammen, was du in den 7 Tagen deiner Boachtungs-Phase gelernt hast.


Wichtig zu wissen ist, wann du auf Stress reagierst, warum du darauf reagierst und was es mit dir macht. Die Stressoren müssen nicht nur von außen auf dich wirken. Sie sind teilweise auch in dir verankert. Deswegen ist es so wichtig, auch dich selbst zu hinterfragen.

Nutze dein gewonnenes Wissen, um anders auf Stress zu reagieren.

Handle bewusst. Erinnere dich an deine Notizen.

Passe deine Denkweisen an.

Sei liebevoll zu dir selbst.


Alles Liebe,Deine Kathi

über hej kathi

Hej, ich bin Kathi. Als studierte Life Coach und Betriebswirtin unterstütze ich Gründerinnen und selbständige Frauen auf ihrem Weg in ein erfolgreiches & glückliches Business und Leben. 

Mit meiner Arbeit verbinde ich die wichtigsten Themen der Selbständigkeit:

Persönlichkeitsentwicklung, Bewusstsein, Selbst-Sicherheit, Wohlbefinden und strategisches Know-how.

Meine große Vision: Du bist die glücklichste Person die Du kennst, weil Du Dein Leben bewusst gestaltest und die beste Version von Dir erreichst.

tägliche Inspiration @katharina.fichtl

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